Armin Tichy      Kfz - Sachverständiger

Für alles was Räder hat !

 

Warum ein Gutachten?

Die Frage ob oder ab wann ein Gutachten Sinn macht oder gebraucht wird stellt sich bei genauerer Überlegung nicht!


Das Gutachten im Haftpflichtfall ist aus juristischer Sicht zwingend notwendig um eine reibungslose und korrekte Schadenabwicklung zu gewährleisten.

Das Gutachten wird in erster Linie zur Beweissicherung und Schadenfeststellung erstellt.

Die Beweissicherung kann nur ein Sachverständiger erstellen – keine Werkstatt und kein Kostenvoranschlag!

Die Wertminderung die nach jedem Unfall für nahezu jedes Fahrzeug eintritt kann nur ein Sachverständiger festlegen.


Fakt ist – Aus diesen Gründen gibt es das Schadenersatzrecht im §249 BGB. Der Sachverständige den Sie beauftragen muss die gegnerische Versicherung bei einem nicht verschuldeten Unfall bezahlen. Bei einer Teilschuld muss die gegnerische Versicherung dies selbstverständlich anteilig tun.

Dies bedeutet , daß ein unparteiischer Dritter festlegt was die gegnerische Versicherung aus einem Schadenereignis an Sie zu bezahlen hat. Dies ist die Grundlage des § 249 BGB Schadenersatz, um zu unterbinden daß der,  der bezahlen muss auch noch festlegt wie viel er bezahlen muss.

Beharren Sie daher auf Ihrem Recht einen von Ihnen gewählten KFZ-Sachverständigen zu beauftragen. Allein ein Schadengutachten ist eine Beweissicherung die auch vor Gericht Bestand hat.

Gehen Sie auf Nummer sicher, telefonische Aussagen/Zusagen von Versicherungen sind nicht haltbar und entbehren nicht selten jeglicher rechtlichen Grundlage.

Bestehen Sie auf die Einschaltung eines Sachverständigen Ihrer Wahl. Versicherungen sind grundsätzlich nicht berechtigt, im Haftpflichtschaden einen qualifizierten Sachverständigen abzulehnen. Aussagen, der Sachverständige sei entbehrlich, sind nach ständiger Rechtsprechung unbeachtlich.

Lassen Sie sich nicht auf Kostenvoranschläge oder versicherungseigene Gutachten ein.

Denken Sie an die Ihnen häufig zustehende Wertminderung, die nur der Kfz-Sachverständige ermittelt.



Schadenservice der Versicherung – was steckt dahinter? 

Die Versicherungswirtschaft wirbt mit einem Schadenservice der oft auch Schadenservice Plus und dergleichen genannt wird. Auf den ersten Blick handelt es sich hier um Dienstleistungen die nicht jeder bieten kann, vom Ersatzwagen in der Kasko bis hin zur „Sorgenfreien“ Unfallreparatur im Haftpflichtfall!

Bei genauer Betrachtung wird jedoch klar wo die Energie für diese überaus „großzügige“ Regulierung seinen Ursprung nimmt und wie diese sich finanziert.

Beispiel Kasko, dem Versicherungsnehmer wird hier von vornherein klar gemacht, dass er nur dann die Kosten für den Mietwagen bezahlt bekommt , wenn er sein Fahrzeug zur Unfallreparatur der „Partnerwerkstatt“ seiner Versicherung überlässt. Auch ein Transport von und zur Werkstatt wäre dann Kostenfrei.

Der Versicherungsnehmer wird hier in der Regel das Angebot der Versicherung annehmen da er keine Unannehmlichkeiten wünscht und das „kostenlose“ Ersatzfahrzeug ein schlagkräftiges Argument ist.

Tatsache ist dass diese Werkstätten diesen Mietwagen bereitstellen müssen um die Versicherungsaufträge zu bekommen. Weiterhin sind hier Stundenverrechnungssätze ausgehandelt, was bedeutet dass auch der Gewinn an einer Reparatur geschmälert wird oder aber die Qualität der Reparatur schlechter ausfällt. Rechnet man nun noch die Kosten für Kostenvoranschläge die die Werkstatt machen muss und die Kosten für bereitgestellte Mietwägen auf, so wird jedem Fachmann klar dass es sich hier um Reparaturen handelt die nicht gewinnbringend für die Werkstatt sein können, vorausgesetzt sie werden fachgerecht durchgeführt.


Beispiel Haftpflichtschaden, d.h. Der Autofahrer ist unverschuldet in einen Unfall verwickelt worden.

Nun ist die Rechnung des Schadenservice richtig effektiv, der Anspruchsteller wird sofort angerufen freundlichst beraten und Ihm wird suggeriert was Ihm alles zusteht.

Zunächst eine „Partnerwerkstatt“ aufsuchen Kostenvoranschlag wird dort erstellt wenn gewünscht wird dort auch repariert.

Variante zwei ein Sachverständiger der Versicherung oder einer Sachverständigenorganisation (gehören meist der Versicherung) begutachten das Fahrzeug und stellen den Schaden fest.
Repariert wird in der Partnerwerkstatt oder es wird nach dem Gutachten des Sachverständigen der Versicherung fiktiv abgerechnet.


Fazit

Es muss sich jeder Fragen was der Antrieb für so ein aufwendiges Schadenmanagement ist - Kosten Sparen   -   Gewinn des Konzerns maximieren.
Dies ist selbstverständlich nicht strafbar und subjektiv sogar verständlich, die Frage ist nur ob man gut beraten ist diesen Service in Anspruch zu nehmen.

Tatsache ist daß eine Wertminderung im Haftpflichtfall entweder zu gering angesetzt oder weggelassen wird. Der Anspruchsteller hat aber die Wertminderung bei einem eventuellen Verkauf seines nun Unfallbeschädigten wenn auch reparierten Fahrzeuges. Diese Wertminderung wird oft beschnitten durch Angaben der Versicherung die rechtlich nicht haltbar sind. Eine Wertminderung stellt nur der freie Sachverständige fest – maßgeblich ist hier was das Fahrzeug für eine Wertminderung am örtlichen Markt durch den Unfall erfährt.

Die erstellten Gutachten der Sachverständigen von den Versicherungen beinhalten oft nur teilweise den Schadenumfang d. h. mit dieser veranschlagten Summe ist keine fachgerechte Reparatur möglich. Diese Vorgehensweise ist bekannt und wird angewendet wenn der Anspruchsteller laut Gutachten abrechnen möchte. Sollte es dennoch zur Reparatur kommen so ist eine Nachbegutachtung nötig.

Egal ob Kasko oder Haftpflicht so sollte sich auch jeder Geschädigte fragen warum die Versicherungen zudem eine Garantie von 3 und mehr Jahren bieten. Dies lässt sich einfach beantworten - eine zusätzliche Garantie ist immer nur dann nötig wenn eine andere Garantie (z. B. Herstellergarantie) erlischt oder fragwürdig wird.


Vorgehensweise 


Es ist die Entscheidung des Fahrzeughalters wer repariert egal ob Kasko oder Haftpflicht. Ausnahme besteht nur bei Kasko und auch nur dann, wenn dies vertraglich Geregelt ist.

Zusätzlich beim Haftpflichtschaden, wo der Mietwagen gemietet wird, und wer das Gutachten erstellt.

Auch die Frage ob ein Rechtsanwalt zugeschaltet wird entscheidet lediglich der Fahrzeughalter.

Der Schadenservice der Versicherungen bietet daher dem Fahrzeughalter keine Vorteile, im Gegenteil der geschädigte Fahrzeughalter wird nicht in die Position gebracht wie gesetzlich durch den § 249 BGB vorgegeben. Im § 249 BGB ist festgehalten daß der Geschädigte Anspruch hat auf den Zustand wie vor dem Unfallereignis – dies ist mit dem Schadenservice der Versicherer fast nie der Fall!

Fazit – Schadenregulierung und Schadenservice der Versicherer ablehnen!!!!!